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Aktualisiert: vor 2 Stunden 2 Minuten

Schumann, Georg - Symphonie f-Moll & Ouvertüren

5 November, 2017 - 07:14

Kein Liebesdienst

Die Deutung von Georg Schumanns Sinfonie f-Moll bleibt leider hinter den Möglichkeiten der Musik zurück.

Für das Label cpo ist die Musik und auch die Orchestermusik Georg Schumanns (1866–1952) nichts Neues – für viele Hörer sicherlich schon. Eindeutig in der Tradition verortet, bemüht seine Sinfonie f-Moll op. 42 aus dem Jahr 1905 um eigenen Ton, der aber doch nicht so recht aufkommen mag. Das mag auch an der schwachen Interpretation durch das Deutsche-Symphonie-Orchester Berlin unter James Feddeck liegen, in der traditionelle Klangfarben und ein nicht glücklich ausbalancierter, aufnahmetechnisch nicht immer überzeugend gestaffelter Orchesterklang den Blick auf das Werk mehr verstellen als unterstützen. Motive à la Robert Schumann, Wagner‘scher Pathos, (viele) Brahms‘sche Harmonieformeln und keineswegs innovative formale Techniken (die Verbindung von leidenschaftlichem Scherzo, lyrischem Trio und Finale) wirken den von den Bookletautoren heftig (und dadurch besonders ins ...

Nils Mönkemeyer spielt - Violawerke von Walton, Bruch und Pärt

3 November, 2017 - 07:44

Intensives Farbenspiel

Bratschist Nils Mönkemeyer spielt Werke von William Walton, Max Bruch und Arvo Pärt und bringt sein Instrument wahrhaft meisterlich zum Klingen.

Wenn es einen Interpreten gibt, der die Bratsche nunmehr wieder zu öffentlichkeitswirksamer Aufmerksamkeit gebracht hat, dann sicherlich Nils Mönkemeyer. Er ist vielleicht sogar der Popstar unter den Bratschenvirtuosen unserer Zeit und einer der wenigen Bratschen-Solisten der jungen Generation. Seine bisherigen Aufnahmen sind allesamt hochgelobt worden, der im vergangenen Jahr erschienene Mozartwink ‚Mozart with Friends’ wurde mit dem Echo Klassik 2017 ausgezeichnet.

Auch seine neueste Einspielung kann den mittlerweile hoch liegenden Erwartungen einmal mehr mit Bravour gerecht werden. Hierauf widmet sich Mönkemeyer dem Konzertrepertoire seines Instrumentes – nun endlich, möchte man mit einem Blick auf seine bisher mehr auf Kammermusik konzentrierte Diskografie meinen. Zu hören sind William Waltons Konzert für Viola und Orchester, Max Bruchs 'Kol Nidrei' op. 47...

Steffani, Agostino - Duets of Love and Passion

2 November, 2017 - 08:03

Boston in Bremen

Besser kann man einem Komponisten nicht dienen, gelungener kann man als Hörer nicht für einen doch eher am Rande Bekannten gewonnen werden.

Agostino Steffanis (1653–1728) Schaffen steht immer noch im Schatten seiner Zeitgenossen, trotz des jahrzehntelangen Einsatzes Lajos Rovatkays in Hannover und anderswo. In Castelfranco Veneto geboren, wirkte Steffani in München, Hannover und Düsseldorf. Nun hat sich gleich mehrfach das Boston Early Music Festival Ensemble des Komponisten angenommen, einmal im Rahmen einer äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit mit Radio Bremen im Februar 2017 (die andere Produktion ist auf Warner Classics erschienen) – nicht ganz von ungefähr, hatte Stephen Stubbs doch früher in Bremen eine Professur innegehabt.

Neben seinen Opern, von denen mehrere auch auf Deutsch in der Hamburger Oper am Gänsemarkt gegeben wurden, waren es vor allem seine rund achtzig Vokalduette, die nachhaltig seinen Ruhm begründeten. Acht dieser Duette sind hier versammelt, mit jeweils mindestens einer Frauenstimme. Ste...

Mephisto - Werke von Liszt, Mozart, Bartok, u.a.

1 November, 2017 - 08:19

Gemischtwarenhandlung

Diese Zusammenstellung des Bläserquintetts Carion ist bunt, aber nicht nachhaltig.

Unter dem Motto ‚Mephisto’ macht das Bläserensemble Carion die ewige Geißel der Menschheit zum musikalischen Thema. Heraus kam dabei eine Demonstration der virtuosen Kunst dieses formidablen Ensembles, dem spieltechnische Probleme offensichtlich fremd sind, wie man bei Franz Liszts 'Grand étude de Paganni' Nr. 6 unschwer hören kann, ebenso auch bei Franz Liszts 'Mephisto-Walzer' Nr. 1. Zwischen diesen beiden Werken gibt es etwas von Wolfgang Amadeus Mozart, Dimitri Schostakowitsch und Béla Bartók. Also eine fraglos reizvolle Mischung von Werken der Klassik bis zur frühen Moderne. Das Ensemble Carion agiert dabei virtuos und präzise, aber insgesamt zu brav. Bearbeitungen können ja durchaus zu neuen Aspekten und Einsichten führen. Hier dienen sie jedoch als Futter kunstfertiger Virtuosität, und das wird schnell langweilig.

Etwas anders d...