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Aktualisiert: vor 56 Minuten 57 Sekunden

Triptych - Klaviertrios von Clara Schumann, Amy Beach u.a.

15 März, 2018 - 08:54

Ungehörtes

Das Monte Piano Trio portraitiert auf seiner neuesten Einspielung drei Komponistinnen. Im Mittelpunkt steht die Weltersteinspielung eines Trios von Natalie Klouda, das dieser Produktion auch den Titel gibt: 'Triptych'.

Komponierende Frauen: Sie gab es, keine Frage – eine Handvoll Namen fällt hier sicherlich jedem nach kurzem Überlegen ein. Doch eine ebenso große Bekanntheit wie ihre männlichen Kollegen zu erreichen, war für sie in der Vergangenheit mit großen Schwierigkeiten verbunden und immer noch scheinen sie ein wenig hintenan zu stehen. Mit ihrer neuesten Produktion ist dem Monte Piano Trio wieder ein vielbeachteter Wurf gelungen. Bereits auf ihrer vorhergehenden Einspielung nahmen sich Francesco Sica (Violine), Claude Frochaux (Violoncello) und Irina Botan (Klavier) äußerst erfolgreich der unbekannteren Komponisten und Werke für ihre Besetzung an. Auf der aktuellen Aufnahme führen sie diese Linie fort. Dabei umspannen sie knapp 200 Jahre Klaviertrio-Geschichte aus weiblicher Hand und nehmen den Hörer mit auf eine spannende Entdeckungs- und Zeitreise. Zu hören sind das Klavie...

Martinu, Bohuslav - Die Klaviertrios

13 März, 2018 - 20:04

Mit Elan

Das Smetana Trio nimmt sich der Klaviertrios von Bohuslav Martinu an. Das Ergebnis ist voller Frische und lebendiger Gestaltungskraft. Ein optimaler Zugang zu diesen Werken.

Die vier Klaviertrios Nr. 1 bis 3 sowie die 'Bergerettes' des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů sind verhältnismäßig selten in einer Produktion versammelt. Der – wie er von seinem Biografen Harry Halbreich eingeordnet wird – neben Smetana, Dvořák und Janáček ‚vierte Klassiker der tschechischen Musik‘, ist in Deutschland nicht allzu beliebt. Warum? Das erschließt sich nicht unbedingt. Auf dem deutschen Markt erhältlich sind derzeit etwa Einspielungen mit dem Trio Martinů (2016), dem Arbor Piano Trio (erschienen 2012), dem Kinsky Trio Prague (2009), dem Angell Trio (2000), dem Czech Trio (1997) sowie dem Dresdener Klaviertrio (1994). Weitere Künstler haben einzelne der vier Werke veröffentlicht. Zu den neuesten Produktionen dieser viel zu selten zu hörenden kammermusikalischen Schwergewichte zählt die CD des ts...

Eötvös, Peter - Paradise Reloaded

11 März, 2018 - 09:25

Lucifers attraktive Konkurrentin

Einer der unbestreitbaren Höhepunkte der Wien Modern-Ausgabe 2013, die Uraufführung von 'Paradise Reloaded (Lilith)' von Péter Eötvös ist auf Platte erschienen. Warum aber der Widmungsträger und UA-Dirigent nur als Berater fungiert, bleibt schleierhaft.

Neue Musik - hier sei an den im letzten Jahr verstorbenen Peter Oswald erinnert, der nicht müde wurde, die Studierenden an der Universität Wien daran zu erinnern, wie wichtig sie ist - vermag nachhaltig zu faszinieren. Wenn sie gut gemacht ist. Aber das gilt für alle Musik, dann sind Berührungsängste bei allem notwendigen Respekt schlicht nur kindisch. Dies machte die Uraufführung von 'Paradise Reloaded (Lilith)' im Wiener Museumsquartier auf bereichernde Weise bewusst.

Eigentlich handelt es sich aber ja nur um eine Neufassung einer schon existierenden Oper, die 'Tragödie des Teufels', die 2010 in München erstmals über die Bühne ging. Sicher auch eine gewisse Unzufriedenheit, die Opernkomponisten nicht fremd ist, man denke an Richard Wagners Ringen mit seinem 'Tannhäuser', brachte Eötvös dazu, das Libretto von Albert Ostermaier Revision...

Schostakowitsch, Dimitri - Sinfonie Nr. 7

10 März, 2018 - 09:51

Ambitioniert

Das Joven Orquesta Nacional de España liefert unter der Leitung von George Pehlivanian eine beachtliche Interpretation der Sinfonie Nr. 7, die sich besonders durch ihre klangliche Frische auszeichnet und auf Pathos nahezu komplett verzichtet.

Es gibt nur wenige Komponisten, deren Musik so eng mit den gesellschaftlichen Hintergründen ihrer Entstehung verknüpft wird, wie es bei Dmitri Schostakowitsch der Fall ist. Besonders bei seinen Sinfonien, der Gattung, die neben den Streichquartetten am häufigsten in seinem Gesamtwerk vertreten ist, erscheint es nahezu unmöglich, sie losgelöst von politischen Bezügen zu betrachten.

Die Siebte Sinfonie Schostakowitschs, berühmt geworden vor allem unter dem Titel ‚Leningrader Sinfonie‘, ist ein Paradebeispiel für dieses Phänomen. Sie wurde 1941 komponiert, während der Zweite Weltkrieg in vollem Gange war, und symbolisierte für das russische Volk sowohl Hoffnung und Zuversicht, die schweren Zeiten zu durchstehen, als auch den Willen, durchzuhalten und zu kämpfen. Zu jedem der vier Sätze existiert ein programmatischer Titel: 1. Krieg, 2. Erinnerungen, 3...

The Last Concert - Werke von Mendelssohn Bartholdy und Berlioz

9 März, 2018 - 09:19

Letztes Konzert

Das Label der Berliner Philharmoniker erinnert mit einer kostbaren Box an Claudio Abbado.

Die Zeit Claudio Abbados als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker war nicht frei von Konflikten. Es lag wohl am ungewohnten Stil, den der Italiener nach Ende der autoritären Karajan-Ära an die Spree brachte. Abbados Ansatz eines kommunikativen, kollegialen Miteinanders zielte darauf, den Persönlichkeiten des Orchesters Entfaltungsfreiheit zu lassen. Nicht durch Macht, durch Kenntnis der Partitur wollte er überzeugen. Doch das führte schon bald nach seinem Antritt im Berlin 1990 zu kritischen Stimmen aus dem Orchester. Im Laufe der folgenden Jahre nahmen die Spannungen zu. 2002 legte der inzwischen erkrankte Abbado schließlich sein Amt nieder.

Kostbare Box

Umso begeisterter wurde Abbado nach seinem Weggang gefeiert, wenn er jährlich als Gastdirigent nach Berlin zurückkehrte. So auch 2013, als Abbado – ein Jahr vor seinem Tod – sein letztes Ko...

Walter, Johann - Geystliches Gesangk Buchleyn

7 März, 2018 - 09:03

Reformatorischer Urklang

Eine späte, aber umso schönere Frucht des Lutherjahres 2017: Johann Walters subtile Musik, hochkultiviert musiziert von Weser-Renaissance Bremen.

Johann Walter (1496-1570) wird gelegentlich als protestantischer Ur- oder Erzkantor bezeichnet: Als Idealform des Predigers in Tönen. Walter arbeitete eng mit Luther und anderen Reformatoren zusammen, wird also mit einigem Grund so genannt. Das beglaubigen etliche seiner bahnbrechenden Kompositionen und Sammlungen, zum Beispiel die 'Deutsche Messe' von 1525 und auch das 'Geystliche Gesangk Buchleyn' von 1524. All das trug zur Kodifizierung reformatorischen Bemühens bei, legte maßstäbliche Grundlagen. Vor allem das volkssprachliche Kirchenlied als genuin reformatorische Gattung gewann dank weiter Verbreitung durch Druck und vielfache Neuauflagen rasch an Einfluss – mit dem Ziel, breitere Schichten der Bevölkerung zu beteiligen, in allen Schichten für Verständnis zu sorgen, eben in Tönen verständlich zu predigen.

Im 'Geystlichen Gesangk Buchleyn' sind...

Yun, Isang - Violinkonzert Nr. 1 & Duetto concertante

6 März, 2018 - 07:57

Eigener Kosmos

Isang Yuns hier versammelte Beiträge zum Instrumentalkonzert sind ebenso farbenreich wie komplex. Die Umsetzung ist schlichtweg großartig.

Nahezu unbeachtet verging auf dem Tonträgermarkt das Zentenarium Isang (auch I-Sang) Yuns – jenes koreanisch-deutschen Komponisten, der in den 1960er-Jahren als Kraft zwischen Nord- und Südkorea brisante politische Bedeutung erlangt hatte (1967-9 war er durch die Militärdiktatur in Seoul inhaftiert) und zu dessen stilistischem Ziel, so sein Opernlibrettist und Freund Harald Kunz, die ‚Entwicklung der koreanischen Musik durch die Mittel der westlichen Musik‘ gehörte. 1995 gestorben, war er seit 1971 naturalisierter Deutscher.

Zwei Konzertwerke in Kölner Produktionen des WDR und des Deutschlandfunks der 1980er-Jahre enthält die vorliegende CD, die einen wichtigen Stein zu Yungs Diskografie beisteuert. 1981 entstand Yuns Violinkonzert Nr. 1, die Studioproduktion mit Hansheinz Schneeberger und dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Spiros Argiris entstand 1984, zwei Jah...

Oelze, Christiane singt - Lieder von Mendelssohn, Brahms und Schumann

5 März, 2018 - 08:57

Im Dunstkreis des Kunstlieds

Aribert Reimann, ein herausragender Musikdramatiker, ist zeitgleich ein Liedpartner von Weltrang zahlreicher Sängerinnen und Sänger. Da verwundert auch eine kompositorische Auseinandersetzung mit dem Kunstlied nicht, wenn sie auch befremdet.

Mit dem Album ‚Aribert Reimann: Lieder‘ legen die Sopranistin Christiane Oelze und das Leipziger Streichquartett ein Portrait des Liedbearbeiters Reimann vor. Fast ist man dazu verführt, von einer Platte zu sprechen, auf der alles passen will. Doch die Anverwandlungen des hochgeschätzten Komponisten, der mittlerweile 81 Jahre alt und weiterhin tätig ist, vermögen bis auf eine nur schwerlich zu überzeugen. Da können die Sängerin und ihre vier Begleiter tun was sie wollen.

Das offenkundige Problem liegt bei der alten Schwierigkeit des Bearbeitens. Im Detail liegt der Grund für die entstehende Unruhe sicherlich im zwar reizvollen, aber nicht befriedigenden Wechselspiel zwischen Originalkomposition und eingreifendem Akt vonseiten Reimanns. Im Fall von '…oder soll es Tod bedeuten?' (Acht Lieder und ein Fragment nach Gedichten von Heinrich Heine für Sopran un...

Anima - Saxophonwerke von Arvo Pärt

4 März, 2018 - 08:11

Intensiv

Das Alea Saxophone Quartet versammelt erstmals alle Werke Arvo Pärts dieser Quartett-Besetzung auf einer CD, raumgreifend und mit viel Verständnis für dessen einzigartige musikalische Sprache.

Feuer, Leidenschaft, Herzschmerz – all das und vieles mehr lässt sich im ersten Moment mit dem Saxophon assoziieren, doch stets sind starke Emotionen im Spiel. Der estnische Komponist Arvo Pärt (*1935) fand hingegen seinen ganz eigenen Zugang zu diesem Instrument, indem er es in sein eigenes Kompositionsprinzip, für das sich der Begriff ‚TintinnabulIi‘ (lat. für Glöckchen) eingebürgert hat, integrierte. Als Visionär einer modernen Klangsprache hat er seine ganz eigenen Vorstellungen von den Möglichkeiten, die das Saxophon bietet.

Gianpaolo Antongirolami und die restlichen Mitglieder des Alea Saxophone Quartets, Roberto Micarelli, Luca Mora und Gabriele Giampaoletti, versammeln auf der bei col-legno erschienen CD ‚Anima‘ sämtliche Werke Arvo Pärts, die es bislang für Saxophon-Quartett gibt. Den Grundstein für dieses Projekt legte der Ko...

Funeralissimo - Hommage an Trauermusiken für Violine, Cello und Akkordeon

3 März, 2018 - 07:13

Überraschend lebendig

Matthias Well zeigt bereits auf seinem ersten Album, mit welcher Raffinesse und Leidenschaft er sich den Werken recht unterschiedlichen Musikkulturen widmet und dass der Tod nicht immer nur traurig sein muss.

Trauermusik hat einen festen Platz in der hiesigen Musikkultur, man denke nur an das Requiem, den Totenmarsch oder den Klagegesang. Dennoch wird eine Aufführung außerhalb ihres unmittelbaren Funktionsbereiches vernachlässigt, nur wenige große Musiker führen eine diverse Auswahl an Trauermusiken in ihrem Repertoire. Einer, der sich diesem Manko von Beginn an entgegenstellt, ist der junge Geiger Matthias Well, dessen erste Veröffentlichung ‚Funeralissimo‘ sich gleich 17 Werken dieser Art widmet.

Auf den ersten Blick mag es gewagt sein, ein Debüt mit Trauermusik zu gestalten. Doch warum eigentlich nicht? Dem Anlass entsprechend steckt in ihnen bereits eine große Emotionalität. Matthias Well hat darüber hinaus einen sehr persönlich Zugang zu dieser Musik, in die er mit jeder Note tiefer eintaucht. Bemerkenswert ist die Ernsthaftigkeit, mit der Well sich im Vo...

Odeh-Tamimi, Samir - Alif, Lámed und andere Werke

2 März, 2018 - 07:54

Plastische Klangwucht

Eine empfehlenswerte Porträt-CD des Labels Kairos widmet sich der Musik des Komponisten Samir Odeh-Tamimi.

Seine Musik sei ‚ein Aufruf an das Hören, eine Form der intensiven Kommunikation‘: Mit diesen im Kern treffenden Worten charakterisiert Claudia Pérez Iñesta in ihrem Booklettext das Schaffen von Samir Odeh-Tamimi (*1970). Das Label Kairos widmet dem palästinensisch-israelischen Komponisten eine packende, aufnahmetechnisch hervorragende Porträt-CD, die, von Mitgliedern des Zafraan Ensembles gestaltet, vor allem Solowerke und klein besetzte Kammermusik enthält. Ausnahme ist – als Gravitationszentrum der Produktion wirkend – das phänomenale Ensemblestück 'Alif' (2015), in dem die instrumentalen Farben einander in Schichten durchdringen und die Stimme von Salome Kammer als zusätzliches Element hinzutritt. Unter Leitung des Dirigenten Manuel Nawri läuft das Ensemble hier zur Höchstform auf: Die einzelnen Klangstränge wachsen plastisch aus dem G...

Ein Leben in Liedern - Lieder von Richard Strauss

1 März, 2018 - 07:23

Ein Herzensprojekt

Timothy Sharp gelingen wunderbar unaufgeregte Interpretationen unterschiedlichster Lieder von Richard Strauss.

Wahrscheinlich lässt sich die CD ‚Ein Leben in Liedern‘ von Bariton Timothy Sharp am besten unter der Überschrift ‚Herzensprojekt‘ zusammenfassen. Obwohl er an vielen renommierten internationalen Bühnen als Opernsänger Erfolge feiern durfte, ist ihm der Liedgesang ein Anliegen. Timothy Sharp gibt daher nicht nur regelmäßig Liederabende, sondern hat nun auch diese Zusammenstellung von Aufnahmen von Liedern aus der Feder Richard Strauss’ in ganz persönlicher Weise zusammengestellt, in einem Bookletttext kommentiert und außerdem per Crowdfunding realisiert.

Diese Voraussetzung bedeutet, dass die stimmliche Kunstfertigkeit nicht im Vordergrund des Projektes stehen muss, sondern dass Liedauswahl und die Interpretation höher zu bewerten sein können. Das ist gut so. Timothy Sharp gewinnt den Hörer nämlich nicht durch eine makellose, balsami...

Coke, Roger Sacheverell - Klavierkonzerte

27 Februar, 2018 - 08:22

Rachmaninoffs Erbe

Auch wenn die Klavierkonzerte von Roger Sacheverell Coke (1912–1972) der Spätromantik eines Rachmaninoff verhaftet bleiben, erfahren sie hier eine höchst hörenswerte Interpretation.

Mit dieser 73. Folge der Reihe ‚The Romantic Piano Concerto‘ widmet sich Hyperion einem Komponisten, der selbst Spezialisten der Gattung unbekannt sein dürfte. Der Engländer Roger Sacheverell Coke, 1912 geboren und bereits 1972 kurz nach seinem 60. Geburtstag verstorben, taucht sogar in einer so umfassenden Enzyklopädie wie Hans Engels ‚Das Instrumentalkonzert‘ nicht auf, heute sind seine Werke praktisch komplett vergessen. Dabei komponierte Coke nicht weniger als sechs Klavierkonzerte, die zu seinen Lebzeiten erfolgreich aufgeführt wurden, wenn ihm auch nie ein echter kompositorischer Durchbruch gelang.

Ein Grund hierfür dürfte im Festhalten des Tondichters an einer spätromantischen Musiksprache zu suchen sein, die spätestens nach 1918 allgemein als veraltet galt. Deutlich hörbares Vorbild für die auf dieser CD versammelten Klavierkonzerte Nr.&n...

Schütz, Heinrich - Chorwerke (Die Gesamteinspielung - Box II)

26 Februar, 2018 - 08:50

Gebührlich abgehen

(H)allejuja die Zweite: Die zweite Box der Schütz-Gesamteinspielung hält in mehrfacher Hinsicht das hohe Niveau.

Bereits 2016 wurden die ersten acht Teile der sukzessive bei Carus erscheinenden Gesamteinspielung der Werke von Heinrich Schütz in einer CD-Box zusammengefasst. Nun werden auch die zwischen 2014 und 2016 erschienenen Teile 9 bis 14 in einer zweiten Box veröffentlicht, die acht CDs umfasst. Als durchgehende Interpreten zeichnen erneut Hans-Christoph Rademann, der Dresdner Kammerchor und das Dresdner Barockorchester verantwortlich, während das gleichfalls hochqualitative Solistenensemble einerseits aus Konstanten wie Georg Poplutz (Tenor), Isabel Jantschek oder Stefan Kunath (Altus) besteht, daneben aber ebenso auf auf einzelne Stücke verteilten Gesangssolisten wie Dorothe Mields (Sopran) , David Erler (Altus) oder Felix Schwandtke (Bass). Doch auch bekannte Instrumentalisten wie Hille Perl oder Lee Santana sind vorzufinden.

Vorbildlich aufbereitet

Wie gewohnt fällt die Qua...

Beethoven, Ludwig van - Tripelkonzert & Klavierkonzert Nr. 3

26 Februar, 2018 - 08:50

Zweiter Streich

Der Pianist Lars Vogt geht mit seinem Beethoven-Zyklus in die nächste Runde. Für das Tripelkonzert holt er sich die Tetzlaff-Geschwister mit ins Boot.

Lars Vogt ist einer der führenden Pianisten seiner Generation und darüber hinaus als Pädagoge, Festivalleiter und Dirigent erfolgreich. Bereits für die erste Folge seines neuen Zyklus sämtlicher Beethoven-Klavierkonzerte erntete er bereits viel Lob. Sein Ansatz: keine revolutionären Sichtweisen oder Rekordtempi. Vielmehr zeichnen sich seine Interpretationen durch Respekt aus. Die Auftakt-Einspielung beinhaltete die Klavierkonzerte Nr. 1 und 5, die von Vogt gemeinsam mit seinem Ensemble, der Royal Northern Sinfonia, gestaltet wurden. Auf der nun bei Ondine erschienenen zweiten Folge stehen sich das Klavierkonzert Nr. 3 in c-Moll op. 37 und das sogenannte Tripelkonzert für Klavier, Violine und Cello in C-Dur op. 56 gegenüber. Bei letzterem sind die Geschwister Tanja und Christian Tetzlaff Vogts musikalische Partner. Lars Vogt übernimmt auch auf dieser Folge wieder eine Doppelfunktion –...

Schumann, Robert - Werke für Klarinette

25 Februar, 2018 - 08:30

Schumanns Kammermusik auf der Klarinette

Heiner Schindler und Olha Chipak wandern eindrucksvoll und differenziert auf den Spuren Schumanns. Mit warmen, homogenen Klängen zeigen sie die Fülle von Schumanns Kammermusik und ihre Ausdruckskraft.

Die (für Kammerensembles konzipierte) Musik Robert Schumanns ist immer wieder ein Geheimtipp, und der Klarinettist Heiner Schindler sowie die Pianistin Olha Chipak haben auf ihrer vorliegenden CD dementsprechend ein reizvolles Programm zusammengestellt. Präsentiert werden fünf unterschiedliche Werke, die fast alle im Jahr 1849 komponiert wurden. Die 'Märchenbilder' (op. 113) eröffnen die CD. Der sehr warme und differenzierte Klarinettenklang von Heiner Schindler lässt den Hörer fast vergessen, dass dieses Stück ursprünglich für Viola komponiert wurde. Die Klarinette ertönt sowohl in der tiefen als auch in der höheren Lage in klanglicher Flexibilität, Staccato- und Legato-Passagen werden gekonnt miteinander verbunden, und man kommt in ein angenehmes Schwelgen dieser Klangwelten. Die Pianistin Olha Chipak versteht es ausgezeichnet, sich auf die Klarinette einzulas...

Stephan, Rudi - Kammermusikwerke und Lieder

24 Februar, 2018 - 09:02

Klingende Liebeserklärung

Rudi Stephans Musik zieht den Hörer auf diesem außergewöhnlichen Doppelalbum von der ersten Sekunde an in ihren Bann. Hoffentlich kann die Veröffentlichung eine nachhaltige Lanze für den Komponisten brechen.

Es ist dem Pianisten Hinrich Alpers zu verdanken, dass sämtliche Lieder und die vollständige Kammermusik Rudi Stephans erstmals gesammelt auf Tonträger zugänglich sind. Aufgrund seiner nur wenigen veröffentlichten Werke besteht dauerhaft die Gefahr, diesen faszinierenden Komponisten der Jahrhundertwende der Vergessenheit anheim fallen zu lassen – und das, obwohl Rudi Stephan die vielleicht größte Hoffnung der deutschen Musik zu Beginn des 20. Jahrhunderts war. 1887 in Worms geboren machte Rudi Stephan bald auf sich aufmerksam mit seiner höchst authentischen Tonsprache, der freien Tonalität, dem kreativen Umgang mit Farben und seiner großen Offenheit gegenüber den französischen Impressionisten – ein starker Gegenpol zur Wiener Schule oder dem mächtigen Zeitgenossen Richard Strauss. Als Rudi Stephans Karriere gerade Fahrt aufnimmt, setzt der Erste Weltkrieg ...

Jazzy Woodwinds - Bläserquintett der Staatskapelle Berlin

22 Februar, 2018 - 09:24

Mit Esprit

Das Bläserquintett der Berliner Staatsoper bewegt sich auch abseits der täglich beackerten Felder hoch inspiriert und versiert.

Was machen fünf Solobläser der Berliner Staatskapelle, die 15 Jahre zusammenspielen, die einschlägige Musikliteratur auf höchsten Niveau durchkämmt und schon drei Einspielungen veröffentlicht haben? Sie beginnen die klassische Bläserquintett-Literatur jazzig aufzumischen und lassen sich dafür von genauso experimentierfreudigen Komponisten eigene Stücke kreieren. Das Ergebnis ist die wunderbar lässige Platte ‚Jazzy Woodwinds‘.

Hinter dem flotten Titel stehen als Ausführende Thomas Beyer (Flöte), Gregor Witt (Oboe), Heiner Schindler (Klarinette), Axel Grüner (Horn) sowie Mathias Baier (Fagott). Der Funke springt sofort über. Schon beim ersten Titel nach Gershwins 'I Got Rhythm' wird hörbar, dass hier bestens aufeinander eingespielte Profis miteinander musizieren. Es entsteht sofort ein mitreißender Drive, zudem wird haargenau ...

Schnittke, Alfred - Requiem

22 Februar, 2018 - 09:24

Solide Aufnahme

Das polnische Label DUX präsentiert eine Neuaufnahme von Alfred Schnittkes Requiem.

Nachdem er mit seiner Sinfonie Nr. 1 (1968–72) über den Zeitraum mehrerer Jahre hinweg seinen eigenen, in gewisser Distanz zur zeitgenössischen Avantgarde verbleibenden Stil gefunden hatte, wandte sich der Komponist Alfred Schnittke (1934–1998) der historisch bedeutsamen Gattung des Requiems zu. Das rund 40-minütige, in den Jahren 1974–75 entstandene Werk war ursprünglich als Teil der Schauspielmusik zu Friedrich von Schillers ‚Don Carlos‘ geplant, sprengte jedoch aufgrund seines Umfangs diesen Rahmen und wurde als Einzelwerk veröffentlicht. Zu den bisherigen, nicht gerade eben seltenen Einspielungen des Requiems gesellt sich nun eine Einspielung des polnischen Labels DUX mit den überzeugend agierenden Solisten Katarzyna Oleś-Blacha (Sopran), Monika Korybalska (Sopran), Agnieszka Kuk (Sopran), Olga Maroszek (Alt) und Dominik Sutowicz (Tenor), dem Chor der musikalischen ...

Trans limen ad lumen - Vokalwerke von Rutishauser und Giger

21 Februar, 2018 - 09:39

Nachklang aus der Schweiz

Diese Platte des Hilliard Ensembles zeigt einerseits den exzeptionell sensiblen Ensembleklang, der heute schmerzlich fehlt. Und andererseits die Bereitschaft der Formation, sich für mannigfaltige Explorationen vom reinen Schönklang zu entfernen.

Das Ende 2014 aufgelöste Hilliard Ensemble hat sich Zeit seiner Existenz nicht nur ältester Musik gewidmet, sondern immer beherzt den Schritt in die ästhetische Moderne gewagt, oft sogar weit in riskante Bereiche hinein – also dorthin, wo der wundersame Ensemblezusammenhang im Sinne des gesteigerten Ausdrucks aufgegeben wurde und manche der Stimmen entkleidet und bloß wirkte. Ästhetisch nicht ganz so ins Extreme weist das Programm der Platte, die jetzt beim schweizerischen Label Divox erschienen ist. Es vereint 2011 und 2012 entstandene Aufnahmen mit Werken von Roman Rutishauser (geb. 1960) und Paul Giger (geb. 1952). Und es bietet unverhofft noch einmal Gelegenheit, das schmerzlich fehlende Ensemble auf unbekanntem Terrain zu erleben.

Rutishauser hat sein 2010/11 entstandenes 'Tenebrae' genanntes fünfsätziges Werk nach den bekannten Responsorien der Karwoche geformt und auc...