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Aktualisiert: vor 2 Stunden 54 Sekunden

Gjeilo, Nagel, Elgar u.a - Raunächte, Die 12 Nächte nach Weihnachten

19 Januar, 2018 - 08:46

Talentprobe in Raunächten

Vielleicht ist aktuell noch nicht jede der Konstellationen wirklich bereit für eine marktfähige Präsentation auf einer Platte. Doch nimmt die schöne Talentprobe damit für sich ein, dass eine hochverdienstvolle Arbeit sichtbar gemacht wird.

Diskografische Vielfalt ist vor allem für die Adventszeit gegeben, mit dem großen Zielpunkt Weihnachten. In christlicher Tradition ist auch die Neujahrs- und Epiphaniaszeit noch sehr gut ausgeleuchtet. Eine aktuell bei Rondeau erschienene Platte befasst sich mit den sogenannten Raunächten, den zwölf Nächten nach Weihnachten. Als Zeit ‚zwischen den Jahren‘ heute noch leidlich im Sprachgebrauch präsent, haben sie vor allem heidnische Wurzeln und verweisen auf die Herausforderungen eisiger Kälte und unwirtlicher Witterung. Die christliche Kirche hat erstaunliche Absorptionskräfte entfaltet, was schon vorhandene Bräuche und Traditionen betrifft und etliche davon so geschickt ihrem eigenen Kalender anverwandelt, dass es heute nicht mehr leicht sichtbar ist, was welchen Ursprungs ist, was wovon überformt oder womit angereichert wurde.

Also gibt es im Programm der Plat...

Isn't this a time? - Amerikanische Werke für Klarinette

19 Januar, 2018 - 08:46

Experimentelle Vielschichtigkeit

Ian Mitchell präsentiert sich hier als neugieriger Klarinettist, der in Kompositionen des 20. Jahrhunderts seine Vielschichtigkeit und Interpretationsvielfalt offenlegt und keine neuen Experimente auf seinem Instrument scheut.

‚Isn’t this a time for enjoying clarinet music?‘ Der britische Klarinettist Ian Mitchell zeigt mit dieser CD-Einspielung nicht nur ein breites Spektrum angelsächsischer Klarinetten-Kompositionen des 20. Jahrhunderts, sondern macht auch mit den vielschichtigen Ausdrucksmöglichkeiten auf seinem Instrument und darüber hinausgehenden musikalischen Fähigkeiten vertraut. Die Auswahl der Werke scheint den Fokus genau auf diese interpretatorische, experimentelle Vielschichtigkeit zu legen und keinem homogenen ästhetischen Programm zu folgen. Einzelne Verknüpfungen zwischen den Kompositionen und Komponisten sind zwar klar erkennbar, wenn sich beispielsweise die Kompositionen von Peter Warlock, Barney Childs und Eric P. Mandat aufeinander beziehen, doch die musikalischen Eigenheiten der einzelnen Stücke lenken die Aufmerksamkeit nicht auf das Verbindende dieser Stücke, sondern vielmehr ...

Tschaikowsky, Peter - Sinfonie Nr. 6

18 Januar, 2018 - 08:44

Lamentoso

Mit schlanker Expressivität: Teodor Currentzis' Sicht auf Tschaikowsky 'Pathétique' mit MusicAeterna klingt spannungsvoll genug, um zu bestehen.

Einspielungen von Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Sinfonie Nr. 6 in h-Moll, der sogenannten ‚Pathétique‘, gibt es wie Sand am Meer. Wer dieser unüberschaubaren Masse an Interpretationen eine neue hinzufügt, muss also auch wirklich etwas zu sagen haben, um sich irgendwie abzuheben (oder einfach nur über gutes Marketing verfügen). Dies gilt in Bezug auf die vorliegende CD umso mehr, als Teodor Currentzis’ Ensemble MusicAeterna tatsächlich nur die Sechste wiedergibt und die Spieldauer mit rund 45 Minuten damit auffallend kurz ausfällt.

Schon Currentzis’ selbst verfasster, an Sprachbildern reicher Booklet-Text geizt dabei nicht mit Pathos. So beschreibt der Dirigent etwa den Einsatz der Reprise im Kopfsatz mit den Worten: ‚Es fühlt sich an, als würde aus der Asche unserer Leichen der unbeschwerte jugendliche Geist der Liebe emporsteigen, hell und durchsic...

Clear or Cloudy - Vokalwerke von Purcell, Hume, Croft u.a.

16 Januar, 2018 - 06:41

Clear, nicht cloudy

Ein in der Summe großartiges Porträt der Stimme Benno Schachtners, das nicht nur das bei Dowland & Co. Allfällige und Erwartbare betont, sondern eine erfreulich komplette Stimme voller Charme präsentiert, die zu größten Erwartungen Anlass gibt.

Eine Geschichte der Liebe ist es, die der vielfach und zurecht gefeierte Countertenor Benno Schachtner auf seiner ersten Solo-Platte vorstellt: Liebe in vielen Gestalten, von zarter Verliebtheit über entflammte Leidenschaft und die dunklen Abseiten tiefen Fühlens bis zum ätherisch überhöhten Idealzustand – von Menschen vielleicht kaum je zu erreichen. Dichter und Komponisten mancher Zeit haben sich davon umso mehr inspirieren lassen. Vielleicht lässt sich ein solcher Bogen kaum subtiler abbilden als mit den Schöpfungen der großen Engländer wie John Dowland, Tobias Hume oder Robert Johnson, später dann John Blow und Henry Purcell.

Schachtner tut es, versammelt ein Dutzend Stücke unter einem ausdrucksstarken Bogen. Das affektiv Einseitige meidet er souverän dadurch, dass Purcell eine prominente Rolle spielt: Der weitet das expressive Potenzial deutlich ins Dra...

Chisholm, Erik - Violinkonzert und andere Werke

15 Januar, 2018 - 07:07

Schottische Beiträge zur Moderne

Hyperion engagiert sich erneut für den schottischen Tondichter Erik Chisholm, die Interpretationen dieser beiden konzertanten Werke überzeugen trotz leichter klanglicher Defizite.

Die Musik von Erik Chisholm (1904–1965) ist heute etwas bekannter als noch vor wenigen Jahren, was vor allem einer kleinen Zahl von Enthusiasten zu verdanken ist, die sich dem Werk des schottischen Komponisten verschrieben haben. Der Pianist Murray McLachlan hat auf sieben CDs das pianistische Schaffen eingespielt, und sein Kollege Danny Driver hat sich zuletzt bei Hyperion der beiden Klavierkonzerte angenommen. Begleitet wurde Driver hierbei vom BBC Scottish Symphony Orchestra – dem gleichen Orchester, das auch auf der vorliegenden Silberscheibe agiert. Diesmal erklingt Chisholms (einziges) Violinkonzert neben der 'Dance Suite' für Klavier und Orchester, gleichsam als Zugabe gibt es noch drei vom Komponisten selbst orchestrierte Klavier-Präludien aus der Sammlung 'From the True Edge of the Great World'. Martyn Brabbins ist der Dirigent, den Solopart im Violinkonzert spielt Matthew Trusler.

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Austrian Heartbeats - Werke von Döttlinger, Jakober, Kerschbaumer & Meier

15 Januar, 2018 - 07:07

Austrian Heartbeats

Mit 'Austrian Heartbeats' will der österreichische Komponist Georg Friedrich Haas einen Einblick in das Schaffen junger Musikschaffender seiner Heimat geben und präsentiert eher Vielschichtigkeit als einen kontinuierlichen, gleichbleiben Heartbeat.

Der Titel ‚Austrian Heartbeats‘ lässt vorerst nur schwer auf die darin enthaltenen Kompositionen bzw. auf das dahinter stehende ästhetische Programm rückschließen und eröffnet einige grundlegende Fragestellungen: Drehen sich alle Werke primär um Herzschläge als rhythmische Sequenzen? Soll eine einheitliche und spezifische österreichische Ästhetik im Sinne Georg Friedrich Haas’ vorgestellt werden? Peter Jakober, Hannes Kerschbaumer, Marco Döttlinger und Manuela Meier haben ihre auf dieser bei Col Legno erschienenen Zusammenstellung präsentierten Werke definitiv mit unterschiedlichen und eigenen Impulsen versehen und sind nicht unbedingt direkt mit Georg Friedrich Haas vergleichbar. Obwohl alle vier Komponisten vermehrt auf repetitive, additive und subtraktive Prozesse setzen, sind die einzelnen Werke jeweils anders gewichtet.

In Peter Jakobers Stü...

Tschaikowsky - Der Wille zum Glück - Hörbiografie

14 Januar, 2018 - 08:44

Präzise Recherche

Wer sich ein umfassendes und fundiertes Bild von Leben und Werk Tschaikowskys machen will, sollte zu diesem Hörbuch greifen.

Zahlreiche Komponisten hat diese bei BR-Klassik erscheinende verdienstvolle Hörbuch-Reihe schon porträtiert. In dieser – bereits achten – Folge mit dem Titel ‚Der Wille zum Glück‘ heißt der Protagonist Peter Tschaikowsky. Der in neun Kapitel unterteilte Text stammt wie immer aus der Feder des Musikwissenschaftlers, Autors und Kritikers Jörg Handstein. Wie gewohnt hat dieser Wert auf wissenschaftlich fundierte Aktualität und präzise Recherche gelegt und so auch neueste, bislang noch wenig bekannte Quellen und Erkenntnisse der Tschaikowsky-Gesellschaft einfließen lassen.

Historischer Kontext

Bewährter Sprecher ist der prominente Schauspieler und hauptberufliche Tatort-Kommissar Udo Wachtveitl. Dessen gewandte Sprachgestik und zusätzliche Stimmen wie sein Kollege Stefan Wilkening in weiteren verteilten Rollen erzeugen auf den...

Gegenwelten - Werke für Violine und Klavier von Prokofjew und Schubert

14 Januar, 2018 - 08:44

Sensibel gestaltet

Sarah Christians Solodebut ist schlichtweg fantastisch! Die Geigerin erweist sich als äußerst feinfühlige Interpretin, technisch ist sie ohnehin über allen Zweifel erhaben.

Im Dschungel der Neueinspielungen dieses Jahres gibt es tatsächlich doch noch ein Violindebut der Spitzenklasse: Die deutsche Geigerin Sarah Christian, seit 2013 Konzertmeisterin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Absolventin der Solistenklasse im Fach Violine bei Antje Weithaas an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, hat gemeinsam mit ihrer herausragenden Klavierpartnerin Lilit Grigoryan eine Einspielung zu Wege gebracht, die Rhythmus, künstlerische Freiheit und höchste Emotion des Augenblicks in sich vereint. Gerade zwei Werke besonderer Intensität kombiniert die Geigerin unter dem Motto ‚Gegenwelten‘ auf der beim Label Genuin erschienenen Produktion: Sergei Prokofjews vielschichtige, düster-abgründige viersätzige Sonate Nr. 1 f-Moll für Violine und Klavier op. 80 und Franz Schuberts Fantasie C-Dur für Violine und Klavier D 934 (op.&nb...

Chopin, Frederic - Etüden

13 Januar, 2018 - 07:39

Herausforderung angenommen

Tatiana Chernichka debütiert mit einer technischen Leistungsschau, die beeindruckt, auch wenn ihr Spiel manchmal allzu sportlich wirkt.

Tatiana Chernichka ist Pianistin in fünfter Generation. Wie sie im schmalen Booklet (zum Werk selbst sind nur zwei Sätze enthalten) erläutert, führt die junge Pianistin mit ihrer Debüt-Aufnahme (und der Aufführung) der Etüden eine Familientradition fort. Ihre Mutter, der die CD gewidmet ist, hatte die Etüden erstmals in ihrer Heimatstadt Novosibirsk aufgeführt. Die Chopin-Etüden sind ein ewiger Prüfstein für Pianisten. Jede Generation muss sie sich neu erobern, sie werden nie ständiger Besitz. Tatiana Chernichka spielt vor allem zupackend, brillant und geradlinig. Die manuelle Bewältigung steht im Vordergrund, so scheint es. Das lyrische Halbdunkel, die Farbenspiele, die man gleich mit der ersten Etüde aus op. 10 veranstalten kann, bleiben aus. Stattdessen meißelt sie glasklare Linien heraus und lässt den rhythmischen Schwung nie erlahmen.

De Meglio 1826 - Klavierwerke von Mozart, Clementi u.a.

11 Januar, 2018 - 08:36

Durch die romantische Brille

Antonio Piricone spielt Klavierwerke um 1800 auf einem deutlich jüngeren historischen Flügel. Das erschließt den klassischen und klassizistischen Werken eine ganz eigene warme, süditalienisch helle Tönung.

Carlo de Meglio ist nicht unbedingt ein Name, der unter den Klavierbauern der Zeit um 1800 zu den geläufigsten gehörte. Leider erfährt man in Ugo Casiglias kurzer Bookletnotiz fast nichts über den Klavierbauer neapolitanischer Herkunft (?), dessen ‚op. 207‘ (oder doch ‚op. VII‘? das Booklet geht nicht näher auf diese Divergenz in der Benennung ein) in Casiglias sizilianischer Klavierbauwerkstatt restauriert wurde. De Meglios Werkstatt, so weit die Ausführungen im Booklet, wurde 1821 eröffnet, und der hier herangezogene Hammerflügel wurde 1826 geschaffen. Damit ist das Instrument später zu datieren als alle vier auf dieser CD zusammengefassten Sonaten, die allesamt in den Jahren 1786–1804 entstanden.

Die Werke von Mozart (Sonate F-Dur KV 533/494), Beethoven (Sonate F-Dur op. 54) und Clementi (Sonate a-Moll op. 40 Nr. 2) sind hinlänglich bekannt, ...

Brahms, Johannes - Sinfonie Nr. 2 & Ouvertüren

11 Januar, 2018 - 08:36

Mit dramatischer Kraft

Hochdramatisch, aber mit einer gewissen Blässe: Paavo Järvis Zweite von Brahms mit der Bremer Kammerphilharmonie.

Nach von der Kritik gefeierten Einspielungszyklen der Sinfonien von Beethoven und Schumann schreitet die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi in der Musikgeschichte weiter vorwärts. Nun kommen die vier Sinfonien von Johannes Brahms an die Reihe. Ein spannendes Projekt, gibt es außer Roger Norrinton, Charles Mackeras oder John Elliot Gardiner doch noch nicht allzu viele Gesamtaufnahmen dieser Werke, die auch die Erkenntnisse der historisch informierten  Aufführungspraxis berücksichtigen. Den Anfang machen Järvi und die Bremer ausgerechnet mit der ‚idyllischen‘ Zweiten Sinfonie in D-Dur. Wobei Michael Struck von der Brahms-Gesamtausgabe in Kiel im Booklet-Text treffend beschreibt, dass die D-Dur-Sinfonie nicht nur Licht, sondern auch Schatten aufweist. Beigegeben sind auf der CD die 'Tragische Ouvertüre' sowie die 'Akademische Festouvertüre'.

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Brass Heralds - Blechbläserwerke von Bach, Händel und Telemann

10 Januar, 2018 - 08:35

Weihnachtsboten

Die Musiker von German Brass sind auch in diesem Jahr wieder musikalische Vorboten für Weihnachten. Und was für welche!

Auch in diesem Jahr kann man sich musikalisch wieder mit German Brass auf die Adventszeit einstimmen. Nach der Auszeichnung mit dem ECHO Klassik im vergangenen Jahr präsentiert die ‚Nationalmannschaft der Blechbläser‘ nun bei Berlin Classics gleich eine Doppel-CD namens ‚Brass Heralds‘. Zu hören sind Werke von unter anderem Telemann, Händel und Bach. Bei so viel festlichem Glanz, der nicht nur optisch von den zehn Blechblasinstrumenten ausstrahlt, kann man sich bereits schon jetzt auf Weihnachten freuen.

Blechbläsinstrumente sind längst nicht mehr nur Signalinstrumente. Die Musiker von German Brass schaffen auch auf ihrem neuesten Album, eine Ausgewogenheit zwischen fulminanten Klängen und einer geradezu intimen und filigranen Satzdichte. So sehen sich beispielsweise Werke wie Johann Sebastian Bachs 'Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ' oder das 'Sicil...

Dreams - Operatic Soprano - by Giacomo Sagripanti

9 Januar, 2018 - 07:06

Schön, aber nicht bezwingend

Pretty Yende gefällt mit unaufgeregten Interpretationen und ihrer leuchtenden, schönen Sopranstimme.

Die junge Sopranistin Pretty Yende hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. In aller Munde sind ihre Auftritte an der MET, in zahlreichen Belcanto-Werken und vor allem als Lucia hat sie sich einen Namen gemacht. Nun erscheint ihr zweites Soloalbum innerhalb kürzester Zeit. ‚Dreams‘ versammelt bekannte und weniger bekannte Szenen und Arien von 'Lucia di Lammermoor' über 'La Straniera' bis hin zu 'La Sonnambula', von Gounod, Donizetti, Bellini und Meyerbeer.

Im begleitenden Booklettext wird die Sopranistin zitiert. Sie präsentiert sich in ihren Aussagen zur Musikauswahl, zu ihrer Stimme und zu den Partien als bodenständige Sängerin, die Hochachtung vor den Werken empfindet, die sie interpretiert. Dass sie sich in den Dienst der Werke stellt, ist einer der hauptsächlichen Reize dieses Albums. Selbstverständlich: Ihre Stimme verströmt Wohlklang, ihr Tim...

Telemann, Georg Philipp - Trompetenkonzerte

9 Januar, 2018 - 07:06

Glanzpunkte

In jungen Jahren hat sich Matthias Höfs für die Trompete entschieden, weil sie ihn anglänzte. Und nun glänzt Matthias Höfs selbst.

Im Gedenken an den 250. Todestag Georg Philipp Telemanns erscheint bei Berlin Classics eine besondere Form der Würdigung des ehemaligen Hamburger ‚Director Musices‘. Im Gegensatz zu beispielsweise Bach oder Händel, die in virtuosen Partien in Weihnachtsoratorium, 'Messias' oder h-Moll-Messe die Trompete einsetzten, widmete Telemann ihr gleich drei Solokonzerte. Ebendiesen drei Konzerten sowie drei weiteren Sonaten nimmt sich Matthias Höfs in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen an. Die Aufnahme seiner Interpretation der Trompetenkonzerte Telemanns wurde im letzten Jahr bei Berlin Classics veröffentlicht.

Leicht und tänzerisch beginnt das Album mit dem 'Allegro' aus dem Konzert Nr. 1 in D-Dur. Mit der Verwendung des modernen Instrumentariums, insbesondere der modernen Piccolotrompete wird es den Musikern um Matthias Höfs möglich –...

Brass Christmas - Werke von Händel, Vivaldi, Bach, u.a.

8 Januar, 2018 - 07:03

Goldener Blechbläsersound

German Brass legen eine zweite Weihnachts-CD vor. Die eigens arrangierten Nummern erstrahlen im typischen Klang dieses Ausnahmeensembles.

Seit mittlerweile über 40 Jahren begeistern die Musiker des Blechbläserensembles German Brass schon durch ihre hohe Virtuosität und Musikalität, so auch auf dem bei Berlin Classics erschienenen zweiten Weihnachtsalbum mit dem Titel ‚Brass Christmas‘. In den 18 Stücken rund um das musikalische Weihnachten wird deutlich, dass der ECHO Klassik 2016 in der Kategorie Ensemble/Orchester nicht ohne Grund an die zehn Musiker verliehen wurde.

Wie könnte ein Weihnachtsalbum festlicher und stimmungsvoller beginnen, als mit dem majestätischen 'Hallelujah' aus Händels 'Messias' in einem Arrangement von Matthias Höfs? Fulminant und prachtvoll wird der Hörer direkt ab Sekunde eins vom reinen und strahlenden Blechklang mitgerissen. Mit dem darauf folgenden 'L’Estro Armonico' von Antonio Vivaldi präsentieren sich die Musiker dem Titel alle Ehre ...

Telemann, Georg Philipp - Festmusiken für Altona

7 Januar, 2018 - 05:51

Effektvolle spätbarocke Pracht

Telemann vom Feinsten bietet diese Interpretation der erst 1998 erschlossenen 'Altonaer Festmusik', ein opulentes und prachtvolles Werk des 80-jährigen Komponisten.

86 Jahre gelten auch heute noch als hohes Alter, doch im 18. Jahrhundert – bei einer deutlich niedrigeren Lebenserwartung – war man mit über 80 fast schon ein Methusalem. Georg Philipp Telemann, der 1767 mit 86 Jahren starb, war bis in dieses hohe Alter produktiv, das hinterlassene (und zum größten Teil erhaltene) Werk ist entsprechend umfangreich und trotz intensiver Bemühungen der Musikwissenschaft noch nicht vollständig erschlossen. Eine Neuentdeckung aus einer seit 1998 zugänglichen Sammelhandschrift ist die vorliegende 'Altonaer Festmusik' mit dem schönen Titel 'Die dicken Wolken scheiden sich', die Telemann im Jahr 1760 komponierte, also mit beinahe 80 Jahren. Von Altersmüdigkeit ist hier nichts zu hören, im Gegenteil: Der frische, spannungsvolle Ton des späten Barock gelangt in dieser Kantate noch einmal zu seiner schönsten Entfaltung. Das Werk...

Christmas Presence - Chorwerke von Lasso, Sweelinck, Howells, Chilcott u.a.

6 Januar, 2018 - 08:07

Immer wieder Weihnachten

Die King's Singers und Weihnachten: Das scheint eine unkaputtbare Verbindung zu sein. Und sie überzeugt auch hier, frisch und erstaunlich unverbraucht.

Wenn es auf Weihnachten zugeht, haben Vokalensembles Hochkonjunktur, in Konzerten ebenso wie auf dem Plattenmarkt. Da machen natürlich berühmte Formationen wie die King‘s Singers keine Ausnahme. Und sie haben allein in jüngerer Vergangenheit schon mehrmals vernehmlich das Weihnachtsglöckchen geläutet: 2003 kam die schlicht ‚Christmas‘ betitelte Platte auf den Markt, mit einem ernsten Bogen von Praetorius über Bach und Vaughan Williams bis zu Taverner, McCabe und Rutter. Die damalige Besetzung zeigte sich im Vollbesitz ihrer üppigen Möglichkeiten, mit dem famosen Bass Stephen Connolly oder dem charismatischen Tenor Paul Phoenix. Eine bis heute großartige und empfehlenswerte Produktion.

Dem aktuellen Album zeitlich und in der Besetzung deutlich näher ist das ‚Christmas Songbook‘ von 2016. Der klare Schwerpunkt lag hier bei Titeln wie 'Santa C...

Bach, Carl Philipp Emanuel - Orgelsonaten

6 Januar, 2018 - 08:07

Prinzipalchor mit preußischer Empfindsamkeit

Ausgewählte Orgelsonaten C.P.E Bachs in einer Neueinspielung des Organisten Iain Quinn zeichnen ein klares Bild von Form und Ausdruck.

Carl Philipp Emanuel Bachs Orgelsonaten -  in den Jahren um 1755 komponiert - vereinen wie keine anderen Werke dieser Gattung zwei Stile der Mitte des 18. Jahrhunderts: die frischen, anmutig grazilen, affektiven, schwungvoll-manierierten Ausbrüche des Empfindsamen Stils und die Klarheit strengerer, traditionellerer Orgelspielweisen Bachscher Familientradition. Neben den meisten Stücken für Tasteninstrumente sind die Sonaten der Serie Wq.70 dediziert für die Orgel komponiert. Dreisätzig nach italienischem Vorbild (schnell - langsam - schnell) konzipiert und schließlich den Spielkünsten der kulturell ambitionierten preußischen Prinzessin Anna Amalia (1723-1787) gewidmet, verkörpern C.P.E. Bachs Sonaten eine Musik, die harmonisch intelligent gearbeitete Phrasen mit melodischem Detailblick und teilweise kühner Klangrhetorik verbindet, wie man es eigentlich ...

Una Serata Venexiana - Capella De La Torre - Katharina Bäuml

5 Januar, 2018 - 07:21

Stimulierender Wettstreit

Ein schönes, ein frisches Bäuml-Programm – klug durchdacht, vor allem aber höchst lebendig gespielt. Ganz ohne Staub und Patina.

Ein Wettstreit zwischen den traditionellen Bläsern der Stadtpfeifer, der Piffari, und der in der solistischen Monodie ambitionierten Violine ist es, den Katharina Bäuml mit ihrer Capella de la Torre auf der aktuellen Platte unter dem Titel ‚Una serata Venexiana‘ serviert. Das verweist auf den Ort des Geschehens: Venedig. Die große Dogenstadt siedelte an der Wende zum Barock schon lange nicht mehr auf den machtvollen Höhen des Mittelalters, war aber noch immer ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von Rang, das ganz selbstverständlich die besten Protagonisten der Künste anzog. Und das gerade in der Musik noch immer ein wichtiger Impulsgeber war: Hier wurde der ästhetische Wandel um 1600 maßgeblich vorangetrieben, hier kreuzten sich viele der kraftvollen Entwicklungslinien jener Zeit, hier sang und spielte und druckte man Musik in kaum vorstellbarer Vielfalt.

Das sp...

The Night of St Nicholas - Eine mittelalterliche Liturgie

4 Januar, 2018 - 08:33

Zum Nikolaus

Zu verzeichnen ist eine schöne Wiedervorlage: Beinahe 20 Jahre haben ihr nichts anhaben können. Diese Platte von La Reverdie und I Cantori Gregoriani ist eine Alternative zum üblichen Adventsrepertoire.

Der heilige Nikolaus von Myra ist seit vielen Jahrhunderten eine Figur, die eine Vielzahl von Zuschreibungen, gleichsam Zuständigkeiten auf sich vereint hat. Das erklärt sich mit blühender Legendenbildung um die zwar historisch verbürgte Person, aber zugleich hinreichend unklare Geschichte des Heiligen, die solche Assoziationsräume eröffnete. Kaum ein anderer der nichtbiblischen Heiligen ist zu verzeichnen, der weit über Konfessionsgrenzen hinweg eine solche ‚Karriere‘ gemacht hätte: Er ist der Schutzpatron der Russen, der Serben und der Kroaten, der Lothringer und des Bundes der Hanse oder so verschiedener Städte wie Bari, Alicante oder New York. Er gilt zugleich als Patron der Seefahrer, der Kaufleute, Rechtsanwälte, Bankiers, Apotheker, Metzger, Bäcker und vieler anderer Gewerke, ist daneben Garant und Beschützer für Kinder, Schüler und Studenten, f&...