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Aktualisiert: vor 28 Minuten 57 Sekunden

Alfred Schnittke - Cellosonaten Nr. 1 und 2

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Ausdruck, Klarheit und Tiefe

Hervorragende Interpretationen der Cellosonaten Alfred Schnittkes von den Musikern, die dem Komponisten ganz nahe standen.

Wenn Alfred Schnittkes kammermusikalische Werke von seiner Frau Irina, seinem lebenslangen Freund Mark Lubotsky zusammen mit Olga Dowbusch-Lubotsky interpretieren werden, kann eigentlich nur Großes dabei herauskommen. Die Aufnahme mit seinen Cellosonaten Nr. 1 und 2, dazwischen sein Trio für Violine, Violoncello und Klavier, ist jeglicher Hinsicht ein Hörgenuss. Durch die Zusammenstellung der Werke wird Schnittkes Entwicklung deutlich, der Weg von einer eklektizistischen Symbiose zu einem ganz individuellen, von düsteren Stimmungen bestimmten Stil. Alle drei Künstler stehen für technische Brillanz und außerordentliche Expression, analytische Klarheit und emotionale Tiefe.

Die Cellosonate Nr. 1 gilt als eines der berühmtesten Cellowerke der Musikliteratur und als Qualitätstest bei internationalen Musikwettbewerben. Schnittke selbst stufte diese Sonate als geradliniges Stück...

Varietas - Werke für Cembalo - Werke von Händel, Böhm, Bach, u.a.

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Abwechslung

Jean-Christophe Dijoux hat das Prinzip der Abwechslung zur Hauptsache dieser Einspielung erhoben. Ihm gelingen sehr wechselvolle und kurzweilige Auseinandersetzungen mit einem schlüssig zusammengestellten Werkkorpus barocker Musik für Tasteninstrumente.

Jean-Christophe Dijoux (1982)  kommt aus Reunion und studierte in Paris sowie Freiburg. Er zählt heute als Erster Preisträger des 7. Telemann- und XIX. Bach-Wettbewerbs zu den ‚großen‘ Cembalisten der Gegenwart. Das Generalbassspiel ist seine Spezialität, unter der Maxime Johann Matthesons: ‚die Abwechslung ist der Musik wahres Element‘. Inspiriert von den Kompostionen Buxtehudes vermittelt Jean-Christophe Dijoux in seiner CD ‚Varietas‘ wie Buxtehude das musikalische Umfeld beeinflusste und wie bedeutsam das Thema Variationen im Hochbarock war.  

An den Beginn stellt Dijoux die Suite g-Moll von Georg Friedrich Händel, in der Dijoux sein improvisatorisches Können voll entfalten kann, da das Prelude nur die Struktur in ganzen Noten vorgibt. Einer 'Allemande' im strengen Takt folgt eine rhythmisch flexible 'Courante' mit Echoeffekten. ...

Tüür, Erkki-Sven - Symphony No. 8 und Instrumentalkonzerte

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Auf dem Weg zum Klassiker

Die musikalischen Landschaften, die Erkki-Sven Tüür imaginiert, sind stets eine Entdeckung wert.

Man mag es bei einem Blick auf die Playlist dieser Platte aus dem Hause Ondine kaum glauben, aber hier ist mit dem estischen Komponisten Erkki-Sven Tüür ein ehemaliges Mitglied einer progressiven Rockgruppe mit dem vieldeutigen Namen In Spe am Werk. Ein gutes Argument, um etwas auf den Punkt zu bringen, was der im letzten Sommer verstorbene Literaturtheoretiker Peter Bürger mit viel Süffisanz festgestellt hat: Die Avantgarde hält sich mehr für die Avantgarde als es zu sein. Erkki-Sven Tüür auf die Seite einer Avantgarde zu schieben, ist schlicht falsch. Dennoch hat seine Musik nicht nur ein hohes Innovationspotential, sondern weist sich schon heute mit dem Potential zum Klassiker aus. Seine Kompositionen zeichnen sich durch einen Reichtum aus, der keine kuriosen Titel oder Programme braucht, die lange Zeit auf wundersame Weise einen guten Ruf genossen. Aber auch die Rede von absoluter Musik w&a...

Bach, Johann Sebastian - Cellosonaten (bearb. für Gitarre)

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Cellosuiten für Gitarre

Nicht so dramatisch wie auf dem Cello, dafür sehr harmonisch - Bachs Cellosuiten auf der Gitarre. Dass diese Kombination viel für sich hat, beweist Tilman Hoppstocks neue Bach-CD. Ein facettenreiches Album.

Bachs Werke auf allen denkbaren Instrumenten zu spielen, ist keine Besonderheit. Bach selbst setzte nie ein bestimmtes Klangbild für seine Stücke grundlegend voraus und fertige häufig Umarbeitungen für andere Instrumente an. Schließlich eröffnet jedes Instrument ganz unterschiedliche interpretatorische Möglichkeiten. Im Falle der Gitarre gewinnen die Cellosuiten vor allem durch die sehr variantenreiche Harmonisierung und mehrstimmige Polyphonie dazu, die so auf einem Cello gar nicht möglich sind.

Der Bach-Experte

Dass die Werke jedoch erkennbar bleiben und Bachs kompositorische Intention nicht verloren geht, das ist die grundlegende Herausforderung einer jeden Bearbeitung und gleichzeitig die Leistung der CD ‚Cello Suites for Guitar‘ von Tilman Hoppstock. Der studierte Gitarrist und Cellist ist nicht ohne Grund der Experte für Bach...

Bach, Johann Sebastian - Messe h-Moll BWV 232

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Lebendige Traditionen

Ein erfrischendes Dokument der formidablen Arbeit Stephen Laytons mit den reichen Ressourcen am Trinity College in Cambridge.

Am Trinity College in Cambridge wird seit langem eine mehr als beachtliche musikalische Arbeit geleistet – eine Tradition, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Und eine Linie, die durch die Zeiten hindurch immer wieder von großen Musikerpersönlichkeiten geprägt wurde: Charles Villiers Stanford war hier tätig, genauso wie später Raymond Leppard, Richard Marlow oder jetzt seit 2006 Stephen Layton. Letzterer knüpfte an ein hohes Ausgangsniveau der chorischen Ausbildung und Praxis an und setzt mit seinem jungen Chor in den vergangenen Jahren vernehmliche Akzente im Repertoire. Zum Beispiel mit der vielfach gepriesenen Platte 'Northern Lights' mit Werken des jungen lettischen Komponisten Ēriks Ešenvalds, der von 2011 an als Fellow Commoner in Creative Arts für zwei Jahre eine intensive Zusammenarbeit mit dem Ensemble etablierte. Dazu Kenneth Leightons 'C...

Krug, Arnold - Streichsextett & Klavierquartett

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Hamburger Ambition

Das Linos Ensemble hat mal wieder Kostbarkeiten der zweiten Reihe ausgegraben. Von berückender Schönheit und kompositorischer Qualität ist vor allem das besetzungsmäßig interessante Streichsextett.

Das Hamburger Musikleben war in den vergangenen Jahrhunderten nicht auf Telemann oder Carl Philipp Emanuel Bach beschränkt – gerade im 19. Jahrhundert gab es zahlreiche wichtige Persönlichkeiten, die die musikalische Szene nachhaltig prägten. Hierzu gehört auch Arnold Krug (1849–1904), u.a. Leiter eines eigenen Gesangvereins, Kompositionslehrer am Bernuth‘schen Konservatorium und Dirigent der Altonaer Singakademie. Krug hatte bei Carl Reinecke in Leipzig sowie in Rom studiert und war einige Jahre am Stern‘schen Konservatorium tätig, ehe er in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrte. Besonders profiliert ist Krugs Schaffen als Chor- und Liederkomponist sowie als Schöpfer von Klavierstücken. Doch finden sich auch zwei Sinfonien, Opern, Ouvertüren sowie neben den beiden hier vorgelegten Werken ein Klaviertrio und ein Streichquartett.

Das Streichsextett op. 68 ...

David, Johann Nepomuk - Sinfonien Nr. 2 & 4

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Voller Hingabe

Johann Nepomuk Davis Sinfonik erweist sich als eigenständig und kompromisslos. In Johannes Wildner und dem ORF Radio-Symphonieorchester haben die Werke berufene Interpreten gefunden.

Voller Hingabe, so kann man die Bemühungen aller Beteiligten in Bezug auf die Sinfonik Johann Nepomuk Davids (1895–1977) zusammenfassen, jenes wichtigen Österreichers, den man vielleicht als eine Art Gegenbild zu Paul Hindemith bezeichnen kann. Die vorliegende CD, die zweite Folge einer Gesamteinspielung mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Johannes Wildner, bietet einen bedeutenden Koloss - die Zweite Sinfonie op. 20 aus den Jahren 1937/8 bezeichnete der Komponist selbst seinen Verlegern gegenüber als ‚schweißtreibend‘. Davids harmonisch klare, auf unnötige Füllstimmen verzichtende Klangsprache ist verbunden mit prägnanter Motivik und Motivverarbeitung, metrisch nicht immer einfach, nicht an eine Tonalität gebunden, häufig von großer Expression. Das Wiener Orchester arbeitet die Besonderheiten der Musik auf das Schönste heraus – auch die Reve...

l'Homme de Génie - Sinfonien von Haydn und Kraus (Haydn 2032 Vol. 5)

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Pariser Vorhof

Dank Giovanni Antoninis fortschreitender Aufnahme der Symphonien Haydns glückt wieder einmal eine intimere Bekanntschaft mit Werken von geringerer Bekanntheit, aber eben solcher Qualität wie in den Dauerbrenner der folgenden Weltstadt-Zyklen.

Während die sogenannten ‚Pariser‘ Symphonien Haydns von 1785/86 – nummeriert mit den Nummern 82 bis 87 – nahezu die gleiche Prominenz seiner letzten ‚Londoner‘ Symphonien besitzen, führen die beiden bis 1784 entstandenen direkten Vorläufer (Nr. 80 und Nr.81) ein zumeist auf Gesamtaufnahmen begrenztes Schattendasein. Sie könnten aber auch im folgenden Zyklus stehen, denn in ihnen verändert sich bereits auf ähnliche Weise die affektbetonte Klangsprache des vorhergehenden Sturm-und-Drang-Jahrzehnts der 1770er Jahre hin zu jener noch umfassenderen Vielschichtigkeit und Ausgewogenheit der musikalischen Mittel, die sich in allen Werken nach 1780 als ‚klassischer Stil‘ einstellt. Dessen Paradigmen, eben die Produktion für die Auswärtserfolge in Paris und London, müssen um den Ideenreichtum ergänzt werden, der schon in den beiden Symphonien...

Lass mein Herz - Kantaten und Ouvertüren von Christoph Graupner

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Darmstädter Eigensinn

Christoph Graupner ist und bleibt eine bemerkenswerte Figur: Gelassen steht er mitten in der mitteldeutschen kirchenmusikalischen Tradition, ohne je auf das Alte fixiert zu sein. Gleichzeitig wendet er sich explorativ mutig Neuem zu.

Christoph Graupner sollte mit seiner wunderbaren Musik immer Konjunktur haben – leider ist das nicht ganz so. Doch immer wieder gibt es Ensembles und Solisten, die dem Darmstädter Hofkapellmeister Ehre erweisen. Eine herausragende Konstellation stellt jetzt ein Album vor: Die Sopranistin Dorothee Mields hat bei Accent gemeinsam mit Florian Deuter und Mónica Waisman sowie deren Ensemble Harmonie Universelle eine Platte mit Kantaten und Instrumentalwerken vorgelegt. Natürlich stehen Solo-Kantaten für Sopran im Zentrum, drei auf Texte von Georg Christian Lehms sind es: 'Reiner Geist, lass doch mein Herz' GWV 1138/11, dann 'Verleih, dass ich aus Herzensgrund' GWV 1114/16 und schließlich 'Ach Gott, wie manches Herzeleid' GWV 1142/11. Geschrieben hat Graupner sie für offenbar großartige Sopranstimmen, die am Darmstädter Hof, anders als in der Zeit sonst üblich, ...

Miniaturen - Cembalowerke

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Meisterwerke en miniature

Ricardo Magnus präsentiert 39 Barock-Miniaturen. Eigentlich aber handelt es sich hierbei um kleine Preziosen.

Das Wesentliche ganz knapp auszudrücken, faszinierte Ricardo Magnus eigener Auskunft nach schon in Kinderjahren: ein Roman in einem Satz, eine Geschichte in einer Skizze, ein musikalisches Werk in einer Miniatur. Eine gute Miniatur erfasst und erfüllt die Seele – und drängt doch darauf, im Kopf weitergeführt zu werden.

Mit Leidenschaft und überaus sorgsam interpretiert der Spezialist historischer Tasteninstrumente Ricardo Magnus 39 barocke Miniaturen für Tasteninstrumente auf dem Cembalo. Damit geht es ihm nicht um das Gesamtwerk eines Komponisten, sondern um einzelne Miniaturen, und die bringt er, egal ob technisch schwer oder leicht, wie ein Meisterwerk en miniature voller Dynamik und Poesie zur Wirkung. Rhetorik, Ästhetik und Klang harmonisieren bestens. Gleichzeitig ergibt sich ein interessanter Überblick über die musikalische Vielfalt der Miniaturen von Bach bis T...

Telemann, Georg Philipp - Aller Augen warten auf dich - Kantaten

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Telemann als Kantor

Telemann als Kantatenkomponist von Rang interessiert immer.

Georg Philipp Telemann ist als Instrumentalkomponist heute längst eine arrivierte Barock-Größe. Als Schöpfer geistlicher Musik in allergrößtem Maßstab ist er noch lange nicht wieder in seine vollen Rechte eingesetzt. Die Begegnung mit seinem geistlichen Werk lohnt jedoch immer. Doch allzu selten wird es im Konzert oder für die Platte musiziert. Da leistet die aktuelle, auf dem Label cpo erschienene Platte von Florian Heyerick und seinen Ensembles Ex Tempore und Mannheimer Hofkapelle etwas Abhilfe. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit den Magdeburger Telemann-Festtagen im Jahr 2016. Zu hören sind in gut 50 Minuten vier Kantaten auf Texte Erdmann Neumeisters, gemeinsam mit etlichen Schwesterwerken für die anderen Sonntage und Feste des Kirchenjahrs entstanden zwischen 1716 und 1720 und als ‚Concerten-Jahrgang‘ zusammengefasst.

Es sind knapp di...

Der Soli, das Deo und die Gloria - Eine Geschichte für Kinder und Erwachsene rund um Johann Sebastian Bach

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Bach für Kinder

Welches Kind hört schon gern Orgelmusik? Oder ist ein Fan von Johann Sebastian Bach? Das Hörstück 'Der Soli, das Deo und die Gloria' führt Kinder fantasievoll an das Leben und Werk Bachs heran und zeigt, dass seine Musik uns auch heute noch etwas angeht.

Die kleine Lena mag eigentlich Shakira und Justin Bieber. Im Musikunterricht hört sie jedoch von Johann Sebastian Bach und fragt sich, ob dieser nicht besser Strom oder Ozean heißen sollte, so mächtig, wie seine Musik klingt. Außerdem rätselt sie, was bloß dieses ‚soli deo gloria‘ heißen soll, das in goldenen Lettern auf der Orgel steht. Während sie versucht, dem Geheimnis dieses seltsamen Spruchs auf die Spur zu kommen, lernt sie Bach und seine Musik immer mehr kennen und bekommt eine Ahnung davon, dass seine Musik irgendwie ‚darüber hinaus geht‘.

Kein Hörbuch

‚Der Soli, das Deo und die Gloria‘ ist eine Geschichte für Kinder und Erwachsene. Das heißt, dass es in erster Linie gar kein Kinder-Hörbuch ist, sondern eine umfangreiche Orgelmusik-CD mit Stücken von Johann Sebastian Bach, Carl P...

Martinu, Bohuslav - Frühe Orchesterwerke Vol. 3

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Expressives orchestrales Fresko

Ian Hobson und die Sinfonia Varsovia haben bei ihrer Entdeckungsreise im orchestralen Schaffen von Bohuslav Martinů mit 'Vanishing Midnight' einen echten Edelstein gefunden.

Fast sechzig Jahre nach dem Tod des Komponisten erfreut sich das umfangreiche Schaffen von Bohuslav Martinů (1890–1959) großer Beliebtheit. Die Anzahl der Musiker, die sich für das Werk des Tschechen engagieren, ist kaum überschaubar; erstklassige Interpreten wie Jiří Bělohlávek, Giorgio Koukl oder Manfred Honeck stehen dabei stellvertretend für viele. Dennoch gibt es hier immer noch eine Menge zu entdecken. Die vorliegende CD ist die dritte in einer Reihe, mit der sich das Label Toccata Classics den frühen Orchesterwerken Martinůs widmet. Die Sinfonia Varsovia unter der Leitung von Ian Hobson interpretiert drei Kompositionen aus den Jahren 1915 bis 1922, wobei der dreiteilige Zyklus 'Vanishing Midnight' (im tschechischen Original: Míjející půlnoc) den größten Raum einnimmt. Die Tondichtung umfasst eine Dreiviertelstunde, di...

Samuel Scheidt: Cantiones Sacrae - Motetten

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Scheidt in Perspektive

Das Athesinus Consort fügt seiner farbigen Diskografie eine hervorragende Platte mit Werken von Scheidt und Schwemmer hinzu.

Es ist richtig, dass Samuel Scheidts Vokalwerke im Vergleich mit denen seiner Generationsgenossen Heinrich Schütz und Johann Hermann Schein weit weniger Teil der gegenwärtigen Rezeption sind. Gewiss, es gibt Aufnahmen von Motetten mit Lionel Meuniers Ensemble Vox Luminis und Roland Wilsons Capella Ducale, dazu jüngst Geistliche Konzerte mit Knut Schoch und I Sonatori, sämtlich von hoher Qualität und mit klaren Plädoyers für Scheidts Musik. Doch ist das kein Vergleich zur Präsenz der beiden Kollegen. Vor allem Schütz überragt alles. Und nebenbei: Scheidt ist in der Wahrnehmung der Gegenwart vor allem ein Orgel- und Instrumentalkomponist, davon zeugt eine größere Zahl an Einspielungen. All das ist sicher richtig. Nur: Scheidt konnte auch Vokalmusik.

Das unterstreicht die neue Platte des von Klaus-Martin Bresgott geleiteten Athesinus Consorts Berlin. Kern des Pr...

Prokofjew, Sergej - Romeo und Julia (Komplette Ballettmusik)

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Charakterstarke Ausdeutung

Marin Alsop und das Baltimore Symphony Orchestra liefern eine bemerkenswerte Gesamteinspielung von Prokofjews 'Romeo und Julia'.

Bei Naxos erschien im letzten Monat Marin Alsops Einspielung von Prokofjews 'Romeo und Julia', die damit zu den wenigen Gesamtaufnahmen der berühmten Ballettmusik gehört. Die amerikanische Dirigentin überrascht dabei mit einer stimmigen Interpretation dieses Werks. Sie setzt auf eine charakterstarke und akzentuierte Ausdeutung, die den Ballettcharakter hervorkehrt. Jede der melodischen Phrasen endet weich und die dynamischen Abstufungen sind hervorragend aufeinander abgestimmt. Den einzelnen Szenen verleiht Alsop einen individuellen Charakter, der die jeweilige Situation auf der Bühne widerspiegelt und das Geschehen auch ohne detaillierte Kenntnis des bekanntesten Sujets vermittelt. Vor allem in den Streichern hört man die deutlich akzentuierten Melodiephrasen heraus. Schön sind auch die Bässe als Gegenstimme der Melodie herausgearbeitet. Dies zeugt von dem hohen Niveau des Baltimore Symphon...

Strauss, Richard - Eine Alpensinfonie

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Intelligente Kombination

Brillante und intelligente Sichtweise auf zwei bedeutende Kompositionen von Richard Strauss.

Diese Einspielung mit Werken von Richard Strauss’ ist ein Konzertmitschnitt des Symphonieorchesters des Bayrischen Rundfunks aus dem Jahre 2016, der nicht nur interpretatorisch überzeugt. Auch die Kombination der Tondichtung 'Tod und Verklärung' op. 24 und der 'Alpensinfonie' op. 64 ist überaus glücklich gewählt. Die Tondichtung, ein frühe Auseinandersetzung des jungen Richard Strauss mit der Vergänglichkeit der Welt und die kraftvoll-vitale Alpensinfonie - das ergänzt sich hervorragend.

Mariss Jansons unterschätzt die Komplexität dieser Musik nicht, war hörbar exzellent vorbereitetund verlor den Faden nie. Wundervoll die Gestaltung des geheimnisvollen Anfangs der 'Alpensinfonie' mit dem Rumoren in den verschiedenen Streichergruppen, aus dem der Klang der Blechbläser so logisch vorbereitet wird. Faszinierend, wie Mariss Jansons die Kla...

Ferrari, Giacomo Gotifredo - Klavierwerke

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Echte Alternative

Stefania Neonato bricht eine Lanze für Giacomo Gotifredo Ferrari. Sie ist eine denkbar berufene und vor allem stilistisch sattelfeste Anwältin für Ferraris Tastenmusik.

Gleich mehrfach hintereinander widmet Brilliant Classics eine Produktion Giacomo Gotifredo Ferrari (1763–1842), einem aus Rovereto stammenden Musiker, der zunächst in Verona und Rovereto, dann in Chur sowie schließlich in Rom und Neapel studierte. Er ließ sich zunächst in Paris nieder und ging dann 1792 nach London, wo er 1804 die Pianistin Victoire Henry heiratete; seine Memoiren erschienen dort 1830. ‚Sonatas e Balletti‘ ist die CD überschrieben, die Stefania Neonato auf einem Walter-Hammerflügel-Nachbau (Original von etwa 1805) eingespielt hat. Das Caprice (oder Capriccio) c-Moll op. 28 (nicht op. 8, wie im CD-Booklet behauptet) ‚pour le clavecin ou le pianoforte‘ ist wohl auf kurz nach 1800 zu datieren, und wenn man Neonato zunächst zu geringen Pedalgebrauch unterstellen könnte, stellt sich dieser Zugang vielmehr als in sich schlüssig heraus, um im Laufe...

Magnificats - Werke von J.S. Bach, J.Ch. Bach und C.P.E. Bach

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Familiensache

Die Bachs – was für eine Familie! Natürlich, man weiß es. Und doch ist man geneigt, das klingende Ergebnis zu bestaunen.

Eine reizvolle Idee ist es, dem Lauf der Musikgeschichte in einer Familie zu folgen, und das am Beispiel desselben vertonten Textes: So, wie Jonathan Cohen es mit seinem Ensemble Arcangelo bei Johann Sebastian, Carl Philipp Emanuel und Johann Christian Bach und deren Magnificat-Vertonungen jetzt beim Label Hyperion getan hat. Bach Vater ist mit dem 1723 entstandenen BWV 243 vertreten, Carl Philipp Emanuel mit dem 1749 komponierten H 772 und Johann Christian mit dem 1760 in seiner Mailänder Zeit geschaffenen Magnificat E 22.

Bach Vater repräsentiert auf dem Papier das Altvordere, das freilich zum Zeitpunkt seiner Entstehung eine kaum in Frage stehende Höhe markierte: Kompakt in seiner Wirkung als Gesamtwerk, gespickt mit edlen Solitären, vor allem in verhaltener Schönheit. Solche Sätze, wie etwa das unvergleichliche Duett von Alt und Tenor 'Et misericordia' mit seinen scha...

Krieger, Johann Philipp - Musicalischer Seelen-Friede

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Interessante Nebenstimme

Klaus Mertens engagiert sich kompetent für historische Nebenstimmen – nun für Geistliche Konzerte Johann Philipp Kriegers.

Johann Philipp Krieger (1649-1725), aus Nürnberg stammend und dort musikalisch früh gefördert, absolvierte als Jugendlicher eine fünfjährige Lehrzeit am dänischen Hof in Kopenhagen, lehnte im Anschluss daran ein Angebot aus Norwegen ab, um wieder in seine Heimat zurückzukehren. Er fand eine Stellung beim Markgrafen in Bayreuth, doch entpuppte sich diese als Sackgasse: Infolge kriegerischer Verwicklungen wurde das musikalische Leben so sehr reduziert, dass Krieger um seine Entlassung bat. Die wurde ihm zwar verwehrt, doch bewilligte der Markgraf eine Studienreise nach Italien. Die damit verbundenen Möglichkeiten nutzte Krieger voll aus: Er betrieb Kompositionsstudien bei Rosenmüller, pflegte vertrauten Umgang mit Cavalli, Carissimi und Legrenzi, reüssierte sogar als Organist in der päpstlichen Kapelle. Über Wien nach Bayreuth zurückgekehrt, fand er die Lage der Musi...

Orpheus - Lieder, Arien und Madrigale aus dem 17. Jahrhundert

vor 28 Minuten 57 Sekunden

Alles über Orpheus

Barocke Lieder und Arien rund um den Orpheus-Mythos, von Julian Prégardien stilischer und mit großer Emphase und Musikalität gesungen.

'Orpheus' heißt die neue CD von Julian Prégardien. Sie versammelt 27 Stücke rund um den Orpheus-Mythos. Neben einigen Instrumentalstücken sind es meist recht kurze Lieder (oft in Strophenform), Lamenti und Arien. Vielfältig ist die Auswahl der Komponisten, es gibt deutsche, englische und italienische, die alle um 1600 gelebt und komponiert haben. Claudio Monteverdi und Henry Purcell, William Byrd und Jacopo Peri mit Kompositionen aus seiner Oper 'Euridice' sind auf der CD vertreten, aber auch deutlich weniger berühmte wie Johann Erasmus Kindermann mit mehreren ausnehmend schönen Strophenliedern, Johann Steffens oder Domenico Belli.

Viele Stücke sind Ersteinspielungen. Sie werden jeweils in der Originalsprache gesungen und sind nach thematischen Blöcken angeordnet und miteinander verbunden: In einem ersten wird Orpheus vorgestellt, dann wird seine Braut Euridice...